AZ Sportspecial Mainz 05 vom 10.08.2005
10. August 2005 von JvH | « zurück zur Hauptseite
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Kritische Stimmen und nüchterne Analysen finden sich heute im AZ Sportspecial.
Offensive Hoffnungen
Vom 10.08.2005
Die Niederlage in Köln schmerzt. Es ist weniger der Ärger über den Schiedsrichter und seine harte Entscheidung zum Elfmeter - es ist die Tatsache, dass Mainz 05 beim Aufsteiger wertvolle Punkte zurück ließ. Woran lag es? Im Offensivspiel fehlt die letzte Konsequenz - die Durchschlagskraft. Michael Thurk kann die Partie entscheiden, trifft aber nicht; Benjamin Auer kommt nicht richtig in Schussposition, und wenn es so weit ist, dann zögert er. Im Hinspiel gegen Mika Ashtarak traf der Angreifer zwei Mal, Hoffnung keimte. Doch Erstliga-Verteidiger sind aus anderem Holz geschnitzt, da muss alles schneller gehen. Petr Ruman lieferte eine ordentliche Partie ab, da haben Neuzugänge schon schlechtere Leistungen im 05-Trikot abgezeigt. Niclas Weiland bleibt eine Option, der wahre Torjäger ist er allerdings auch nicht. Otto Addo könnte es werden, Ranisav Jovanovic steht am Scheideweg. Oft fehlt der junge Offensivmann wegen Verletzungen.
In der Schlussphase der vergangenen Saison lebten die Nullfünfer von Fabian Gerber, der jetzt seiner Form hinterherläuft. Zusammen mit Toni da Silva kurbelte er das 05-Spiel an. In Köln bot der Brasilianer eine gute Defensivleistung, nach vorne blieb vieles Stückwerk. Es wäre sicherlich nicht falsch, wenn die Nullfünfer den Konkurrenzkampf in der Offensive schüren und noch einen Spieler verpflichten würden. Ob es der Kroate Davor Vugrinec ist, den in Italien und sonst wo keiner will - das ist die Frage. Wer jetzt als Stürmer nicht heiß umworben ist, könnte sich schnell als zweite oder dritte Wahl herausstellen.
Gegen IB Keflavik müssen die Mainzer eine überzeugende Leistung bringen. Die erste Uefa-Hauptrunde sollte erreichbar sein. Zudem könnte ein Erfolgserlebnis vor der schweren Aufgabe am Sonntag gegen den SV Werder Bremen helfen. Immerhin müssen die Norddeutschen unter der Woche auch ran, es besteht also auf diesem Gebiet Chancengleichheit. Vor heimischem Publikum am Bruchweg ist Mainz 05 am Sonntag etwas zuzutrauen.
Beim “Heimspiel” in Frankfurt, in der Uefa-Cup-Qualifikation, werden weniger Zuschauer kommen, als dies bei der europäischen Premiere der Fall war. Dies hat wohl vier Gründe: Es ist Ferienzeit, die Bahn verschreckte die Fans beim Mika-Spiel, die Partie wird im TV übertragen, und einige Zuschauer sparen für einen möglichen Hit in der ersten Hauptrunde. Aus der Zuschauerzahl gegen die Isländer und dem für Mainzer Verhältnisse zögerlichen Kartenvorverkauf für das Bremen-Spiel zu folgern, Mainz 05 ziehe nicht mehr, wäre falsch. Die Niederlage in Köln hat lediglich gezeigt, dass es wieder einen heißen Tanz geben wird, und der Klassenerhalt kein Selbstläufer ist.
Quelle: AZ Sportspecial
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